Geschichte des Freiluftkinos

Man denkt vielleicht, dass Open-Air-Kinos eine recht junge Erfindung von Veranstaltern sind, doch weit gefehlt! Schauen wir zunächst auf die Entwicklung der Kinogeschichte. Am Anfang stand die Erfindung der Gebrüder Lumière, die den Kinematographen im Jahre 1895 erfanden. Von diesem damals neuartigen Gerät leitet sich auch der heutige Begriff Kino ab. Es war damals möglich Filme bis zu einer Länge von einer Minute zu zeigen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden diese „lebenden Photographien“ vorwiegend in Varietés und Theatern vorgeführt, ehe dann um 1907 die ersten Wanderkinos entstanden.

Wanderkino im Jahr 1907
Wanderkino im Jahr 1907

Doch diese wurden schnell von stationären Filmtheatern abgelöst, die mehr Komfort und Angebote versprachen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass bereits bei diversen Wanderkinos, vor allem im südländischen Raum, Vorführungen im Freien durchgeführt wurden. So gehören die Open-Air-Kinos in Griechenland bereits seit dem Jahr 1900 zum Angebot griechischer Sommer. Die oftmals in Hinterhöfen aufgebauten Freilichtkinos sind noch heute sehr beliebt und sind typische Merkmale der Sommermonate. Das älteste noch betriebene Open-Air-Kino befindet sich in Australien. Bereits seit 1916 wurden hier vom Sun Pictures Theater Kinoabende im Freien veranstaltet. Dieser Rekord für das älteste, noch im Betrieb befindliche Open-Air-Kino, steht sogar im weithin bekannten Guinness Buch der Rekorde.

Im Jahre 1933 etablierte sich dann das weltweit erste Autokino in den USA. Das Camden-Drive-In in New Jersey öffnete seine Pforten und stand erfolgstechnisch im Gegensatz zu den städtischen Kinopalästen. Doch in den 1950er Jahren brach die große Zeit der Drive-Ins an. Während die konventionellen Kinos eine Welle der Schließungen erlebten, boomten die Autokinos umso mehr. Erfolgsfaktor war neben der damaligen Verehrung für das Auto, den kultigen James Dean-Filmen und den preiswerten Kinotickets, vor allem die Privatsphäre, die man im eigenen Auto genoss. Ganz zu schweigen von der Romantik unter sternenklarem Himmel einen Film genießen zu können. Auch in Europa eröffnete bereits 1960 das erste Autokino in der Nähe von Frankfurt und besteht bis heute. In den folgenden Jahrzehnten verschwanden allerdings nach und nach immer mehr Autokinos und langsam formierten sich die ersten Multiplexe mit kleineren Leinwänden, aber größerer Auswahl an Filmen.

Autokino mit AIRSCREEN in Brüssel

Die Faszination Filme unter freiem Himmel zu schauen verging aber nie und so wurden Ende der 1980er Jahre die ersten auch heute noch etablierten Open-Air-Kinos eröffnet. Neben traditionellen griechischen Freiluftkinos in Athen oder auf der Insel Santorini, gab es auch in Berlin, Nürnberg oder Zürich die ersten Kinos unter Sternen. Zu dieser Zeit entstand auch das österreichische Volxkino, das bis heute die Tradition der Wanderkinos fortführt. Und genau hier kommt auch die aufblasbare Leinwand AIRSCREEN zum Einsatz. Mithilfe dieser extrem leichten aufblasbaren Rahmen kann ein umständlicher Aufbau mit Gerüsten umgangen und nahezu jeder Platz erschlossen werden. Bereits im Jahre 1994 wurde der erste Prototyp hergestellt und bei einem Open-Air-Festival eingesetzt. Seitdem sieht man immer häufiger Veranstaltungen, die auf die Leinwände vertrauen, die keine Gerüste brauchen. Mobiles Kino wird jedoch nicht nur durch die Technik der aufblasbaren Leinwand zum richtigen Erlebnis.

AIRSCREEN am Prater in Wien

Ausschlaggebend für den Erfolg eines Open-Air-Kinos ist neben der Filmauswahl und der Technik natürlich auch der Schauplatz. Denn die Atmosphäre eines gelungenen Sommerkinos entsteht erst an einmaligen Plätzen. Ob auf dem Markusplatz in Venedig, vor dem Lake Michigan in den USA, dem Trafalgar Square in England, im Vordergrund des Triumphbogens im Jubelpark in Brüssel oder auch auf dem historischen Marktplatz einer Kleinstadt. Neben der Faszination dieser Orte findet man dort auch die aufblasbaren Leinwände, die das Freiluftkino bereichert haben.

One thought on “Geschichte des Freiluftkinos

  1. Hi, echt interessant. Wenn ich überlege, wie wir alle damals noch in Amerika im Freiluft waren, echt cool. Hier in Berlin gibt es nur noch wenige. Leider 😦 Hoffe der Kult bleibt uns allen erhalten.

    Dat Evchen

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